In Baden-Württemberg sinkt die Zahl der Kinder. Also die Bereitschaft junger Menschen, eine Familie zu gründen. Was ist zu tun, damit sich wieder mehr junge Menschen für ein Leben mit Kindern entscheiden? Wie soll moderne Familienpolitik in Baden-Württemberg aussehen? Im Kern geht es darum, vor allem jungen Eltern die Gewissheit zu geben: Ihr seid wichtig. Und deshalb werdet Ihr gezielt, konkret und verlässlich dabei unterstützt, Familie und Beruf zu vereinbaren. Zum Beispiel mit mehr und besseren Betreuungsangeboten. Mit der Garantie auf exzellente frühkindliche Bildung. Mit neuen Arbeitsperspektiven für junge Mütter. Und natürlich auch mit Geld.
Spürbar bessere BetreuungAb 2013 gilt in Deutschland der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes. Das ist besonders erfreulich für Baden-Württemberg, ein Land, in dem zurzeit nur für rund 11 von 100 Kleinkindern Betreuungsplätze vorhanden sind. Wir haben deshalb einen Aktionsplan zur schnell wirksamen Umsetzung dieses Rechtsanspruchs entwickelt. Im Fokus dabei:
- die qualitativ hochwertige Kinderbetreuung (Dazu gehören z.B. Investitionen in die Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher und in Programme für exzellente frühkindliche Bildung).
- mehr Ganztagsangebote ohne (hohe) Kosten für die Eltern (als Einstieg in die komplett gebührenfreie Kinderbetreuung).
Es geht also um eine Betreuung, die Eltern ihre Erziehungskompetenz lässt – und sie bei der Erziehung wirklich unterstützt.
Unter einer fundamentalen Verbesserung der Betreuung verstehen wir auch: Kinder aus sozial benachteiligten Familien besonders zu unterstützen. Zum Beispiel indem sie schon früh gezielte Sprachförderung im Kindergarten bekommen.
Neue Perspektiven für junge MütterJunge Frauen wollen heute selbstverständlich beides:
Kinder und einen erfüllenden Beruf. Dafür schaffen wir die sozialen und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wir starten deshalb z.B. eine Initiative,
die mehr Beschäftigungsangebote und verlässliche Arbeitsbedingungen für Frauen
(auch und gerade junge Mütter!) als Fachkräfte schafft. Das ist wichtig für das
Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Frauen – und übrigens auch gut für
nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
Deutlich mehr Geld
Baden-Württemberg und die Kommunen stellen für
frühkindliche Bildung und Betreuung pro Kind vergleichsweise viel zu wenig Geld
bereit: Unser Land nimmt in der Bundesländerwertung hier den viertletzten Platz
ein.
Unsere Haltung dazu: Gelder für die Kinderbetreuung und
–bildung sind Zukunftsinvestitionen und deshalb deutlich zu erhöhen. Konkret
heißt das u.a.:
- Das neue Elterngeld (als Baby-Pausen-Unterstützung für
Familien mit kleinen Kindern) ist ein wichtiger Beitrag zur besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und zur Vermeidung von Familienarmut. Es
wird nicht angerührt.
- Zum Elterngeld kommt das Landeserziehungsgeld als
gezielte Hilfe für Familien mit geringen Einkommen. Diese Hilfe wird nicht
abgeschafft – und die Mittel werden auch nicht für andere Zwecke umgeschichtet.
- Ganz wichtig: Der Landeszuschuss für Krippen wird
sofort deutlich erhöht, von 10 auf 30 Prozent. Sonst sind mehr und qualitativ
hervorragende Betreuungsplätze für Kleinkinder schlicht nicht zu schaffen.
Für Beruf und Familie. Nicht: oder.Es klingt einfach und ist für uns doch die komplexe Aufgabe moderner Familienpolitik: die Bildungschancen der Kinder erhöhen und gleichzeitig für Eltern die Möglichkeiten verbessern, Familie und Beruf zu vereinbaren.