In aller Kürze ...
Wirklich gute Schule bietet Kindern die besten Bildungs- und Entfaltungschancen. Und zwar allen Kindern – unabhängig von Herkunft, Begabung, den kulturellen und sozialen Hintergründen, den unterschiedlichen Lern-Ausgangslagen. Was muss sich an unseren Schulen in Baden Württemberg ändern, damit wirklich jedes Kind die gleichen Chancen auf Bildung und Entfaltung hat? Wie bekommen wir mehr Qualität und Fairness ins Bildungswesen? Wie schaffen wir eine neue Lern- und Lehrkultur? Zum Beispiel indem wir ganz konsequent auf Integration statt Auslese setzen. Dadurch, dass wir Kinder länger gemeinsam lernen lassen. Mit intelligenten Ganztagsschulmodellen. Das große Thema heißt: Schule zum sozialen Lern- und Lebensort machen.
Oder ganz ausführlich ...
Kein Kind darf verloren gehen.
Wenn wir jedes einzelne Kind mit seinen Wünschen, Nöten und natürlich Lernbedürfnissen wirklich ernst nehmen, brauchen wir in Baden-Württemberg ein neues, integratives Schulsystem. In dem immer wieder neu die Kernfrage gestellt wird: "Was können wir tun, um dieses Kind besser zu fördern, wo braucht es spezielle Unterstützung?"
Ein solches System ist mit dem frühen Aussortieren und Verteilen der Kinder nach der 4. Klasse unvereinbar. Mit anderen Worten: Die Grundschulempfehlung ist für uns unzeitgemäß und gehört abgeschafft. Die Eltern sollen nach ausführlicher pädagogischer Beratung entscheiden, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen wird.
Klar ist: Mit dem Verzicht auf dieses Auslese-Prinzip verlieren u.a. auch die Ziffernnoten und das Sitzenbleiben ihre Bedeutung. Wenn niemand mehr nach unten durchgereicht wird und Lernfortschritte in individuellen Lernstandsberichten dokumentiert werden, entsteht automatisch eine lebendigere, gesündere Unterrichtspraxis. Gute Aussichten für Schüler und Lehrer.
Ja zur Schulsozialarbeit
Ein wichtiger, oft unterschätzter Beitrag zur individuellen Förderung ist die Schulsozialarbeit. Für uns muss die Beratung und Unterstützung der Schüler durch ausgebildete SozialarbeiterInnen fester Bestandteil schulischen Lebens sein. Die Schulsozialarbeit hilft – vorrangig vorbeugend – dabei, die Ausgrenzung von Schülern (und ihren Eltern) zu verhindern. Sie ist vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig, die in Krisen geraten sind. Wir begreifen Schulsozialarbeit als Landesaufgabe und werden sie anteilig finanzieren.
Länger gemeinsam lernen
Es ist mittlerweile internationaler Konsens: Je länger Kinder in einer Klasse gemeinsam lernen, desto mehr nutzt das allen, den Schwächeren wie den Leistungsstärkeren. Diese Erkenntnis muss endlich Konsequenzen haben für die Schulstruktur und die Schulkukultur. Unser langfristiges Ziel in Baden-Württemberg ist deshalb die 10-jährige gemeinsame Schule für alle. Sie bietet als Regelabschluss die Mittlere Reife an, kann aber natürlich auch ein gymnasiales Angebot integrieren.
Schule weiterentwickeln, aber im Dorf lassen
Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule sind Zwischenschritte zu gehen. Einer davon: Wir unterstützen die Kommunen dabei, innovative Schulkonzepte umzusetzen, die zur Situation vor Ort passen. Beispielsweise die Option, an Hauptschulstandorten (auch 1-zügigen) auch den Realschulabschluss anzubieten. Oder innerhalb des achtjährigen Gymnasiums (G8) einen parallelen G9-Zug einzurichten. Mit Wahlfreiheit für die Eltern, welche Variante für ihr Kind die beste ist. (Laut einer repräsentativen Meinungsumfrage wollen das 70 Prozent der Baden-Württemberger.)
Die neue kommunale Entscheidungsfreiheit bedeutet: Wir lassen die Schule sozusagen "im Dorf“ und schaffen ein qualitativ hochwertiges, wohnortnahes Bildungsangebot im ganzen Land. Für bessere Bildungschancen für alle.
Ganz wichtig: Ganztagsschulen
Wir sind außerdem für ein längeres gemeinsames Lernen der Schüler pro Tag. Dafür bieten gut ausgestattete echte Ganztagsschulen die besten Bedingungen. Sie sind Lern- und Lebensorte, ohne starren 45-Minuten-Takt, dafür mit vielfältigen ergänzenden Bildungs- und Freizeitangeboten. Und natürlich mit pädagogischen Profis für alle Schularten. Wir werden deshalb die Ganztagsschule als Schulform gesetzlich verankern (z.Z. gilt sie tatsächlich immer noch als "Schulversuch").
Ganztagsschulen sind nicht zuletzt deshalb die Form der Zukunft, weil sie für Entstressung sorgen: Wenn die Kinder nach Hause kommen, ist die Schule auch wirklich aus.
Inklusion nutzt allen
Wir meinen Teilhabe ernst- für alle. Deshalb wollen wir die Inklusion behinderter Kinder in Regelschulen. Davon profitieren behinderte und nichtbehinderte Kinder, leistungsstarke und leistungsschwache Schüler. Gleichzeitig öffnen sich aber auch die Sonderschulen für nichtbehinderte Kinder.
Wir werden die Umsetzung der Inklusion behinderter Kinder gemäß den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention im Schulgesetz regeln. In einem ersten Schritt wollen wir erreichen, dass Eltern bei sich in der Nähe in jeder Schulart eine Schule vorfinden, die inklusiv arbeitet.
TEAM SCHMID mit Gabriele Warminski-Leitheußer
Der Spitzenkandidat der SPD Baden-Württemberg, Nils Schmid, hat Gabriele Warminski-Leitheußer für den Bereich „Bildung“ in sein Regierungsteam berufen. Warminski-Leitheußer ist nicht nur Expertin, sondern auch erfolgreiche Praktikerin: Die Mannheimer Bildungsbürgermeisterin koordiniert seit drei Jahren die Bildungspolitik der Quadratestadt.
Nils Schmid zum Thema
"Meine drei Prioritäten: Bildung, Bildung, Bildung. Als Ministerpräsident werde ich dafür sorgen, dass alle Kinder in Baden-Württemberg die gleichen Bildungschancen haben-unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern. Aufstieg durch Bildung, Gemeinsam lernen statt früher Auslese und Entscheidungsfreiheit vor Ort - so geht gute Schule."